Vertrauen? Am Arsch! Papier der Scharni38

Papier der HausbewohnerInnen der Scharnweberstr. 38, F‘Hain, Dezember 2009
„Verhältnisse, innerhalb derer die objektiv zugrunde liegenden Strukturen eine Veränderung zum Positiven de facto unmöglich machen, können nur noch abgeschafft werden- sei es in Hinblick auf das Kneipenkollektiv, die Linke in ihrer derzeitigen Verfassung oder die gesamte kapitalistische Gesellschaft!“ (Scharni38)

Vertrauen? Am Arsch!

Die Debatte selbst und ihr längst schon ritualisierter Verlauf beweisen die Unmöglichkeit eines gemeinsamen Kneipenkollektivs.

Nachdem wir als Haus die seit Jahren stagnierende Debatte wieder angestoßen haben, gilt das einzige Bestreben diverser Gruppen des Kollektivs, diese Debatte zu beenden. Das fing damit an, dass als erste Reaktion auf unseren Text nicht etwa eine Auseinandersetzung mit der Kritik des Textes begann ,sondern mit der Frage, wie „In Zukunft solche Debatten unterbunden werden können“ und wurde fortgeführt mit der sich ständig wiederholenden Unterstellung, den Text als Rausschmissversuch zu werten, obwohl dies von unserer Seite von Anfang an konsequent verneint wurde.

Anstatt sich ernsthaft mit uns über unsere Probleme mit dem Kollektiv in seiner jetzigen Form auseinander zu setzen, wurden nur die selben, auch schon ritualisierten Anschuldigungen – vom uns angelasteten Plakatabriss bis zur verlorenen „Selbstdarstellung“ wieder aufgewärmt. Bei all dem sollen wir wieder „Vertrauen“ lernen?
Wir sollen sollen also bei nicht inhaltlicher, sondern rein formaler Auseinandersetzung mit unserem Text vertrauen lernen?

Wir sollen vertrauen lernen mit Gruppen wie ARAB, deren Vertreterinnen knöchern -hölzern ihre Rhetorik-Kadersprech-Show auf dem Plenum abziehen, wie man sie von K-Gruppen und Trotzkisten kennt?
Wir sollen also Vertrauen lernen wenn uns Personen aus dem Umfeld des IA und weiteren Kollektivmitgliedern einen Kuhhandel anbieten: „ARAB rauszuschmeissen und dafür den IA zu
behalten“?

Wir sollen Vertrauen lernen, wenn wir nicht einmal über die Frage, was fein Konsens ist einen Konsens finden können?

Wir sollen Vertrauen lernen, wenn wir W. in unserem Text direkt kritisieren ,er aber in der gesamten Debatte bis jetzt nicht einmal den Mund aufmacht, woraufhin diverse Leute im Kneipenkollektiv darüber sinnieren, dass seine Gruppe ihm aus taktischen Gründen wohl ein Redeverbot erteilt haben?
Wir sollen Vertrauen schöpfen, wenn uns in nebulöser, verschwörungstheoretischer Art eine| angeblich geplante „andere“ Nutzung der Kneipenräumlichkeiten unterstellt wird?
Wir sollen Vertrauen lernen, wenn manche Leute im Kneipenkollektiv offenbar glauben, uns ständig über diverse vermeintliche historisch-politische Ereignisse, ob im Text oder als Dauermonolog auf dem Plenum, belehren zu müssen ? Und uns damit die Kompetenz zu Kenntnissen und eigenen Standpunkten in diesen Belangen abzusprechen versucht wird?

Wir sollen Vertrauen lernen, wenn uns offen auf dem Plenum erzählt wird ,dass auf Homepages einzelner Mitglieder des Kollektivs recherchiert wird, und damit dann Unterstellungen auf dem Plenum betrieben werden?
Wir sollen Vertrauen lernen, wenn die, die sich ernsthaft an der Debatte mit Beiträgen beteiligen, an einer Hand abzuzählen sind?

Wir sollen Vertrauen lernen, wenn anonyme Beteiligte die Debatte auf Indymedia und in diversen Kiezkneipen fuhren, anstatt das, was auf dem Plenum stattfindet, auf dem Plenum zu lassen?

Wir sollen Vertrauen schöpfen, wenn Mitglieder des Kollektivs massive Kritik an ARAB haben, diese aber hinten anstellen, weil wir ein Problem mit dem IA haben?
Und zu guter Letzt sollen wir Vertrauen schöpfen, wenn alles, was wir am IA oder in der Vergangenheit an ARAB nach der 9/11 Party kritisierten nicht als Kritik angenommen wurde sondern als repressiver Standpunkt in eine Reihe.mit der angeblich allumfassenden, gesellschaftlichen Repression gestellt wird?
Nein, wie wir schon geschrieben haben: „-Wir wollen nicht mehr!“ – die Form, in Welcher die Debatte läuft, beweist um so deutlicher, dass das Kollektiv in seiner jetzigen Form gescheitert ist. Wie wir schon in der Vergangenheit vermutet haben, mag dies zum Teil an der Form des Kollektivs liegen, innerhalb derer es vorzugsweise darum geht, Veranstaltungen zu machen, um der eigenen Gruppe/Clique eine Plattform zu verschaffen und sich Ausschüttungen für diese zu erwirtschaften, anstatt ein wirklich gemeinsames Kollektiv mit einer pluralistischen Basis innerhalb eines klsr abgesteckten Rahmens als Beteiligte. Es liegt jedoch genau so sehr daran, dass im bisherigen Rahmen schlicht und einfach kein tragfähiger Minimalkonsens herzustellen ist, weil unsere Ansprüche sich zu grundsätzlich voneinander unterscheiden.
Der ganze Verlauf der Debatte erscheint uns als der Versuch, einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu entgehen, um damit das Kneipenkollektiv in dem seit Jahren bestehenden Zustand der Lähmung und Stagnation zu erhalten, der inzwischen wohl die einzige Möglichkeit seines Fortbestandes ist- von einer Krise zur nächsten!

Verhältnisse, innerhalb derer die objektiv zugrunde liegenden Strukturen eine Veränderung zum Positiven de facto unmöglich machen, können nur noch abgeschafft werden- sei es in Hinblick auf das Kneipenkollektiv, die Linke in ihrer derzeitigen Verfassung oder die gesamte kapitalistische Gesellschaft!

Scharni38-HausbewohnerInnen


3 Antworten auf „Vertrauen? Am Arsch! Papier der Scharni38“


  1. 1 mir 19. März 2010 um 18:15 Uhr

    Was zur Hölle ist IA?

  2. 2 Administrator 20. März 2010 um 18:10 Uhr

    IA, ist der Internationalistische Abend, eines der Kneipenkollektive des Schnarup-Thumby, welches jeden 2. Montag dort Abende gemacht hat.

  3. 3 Ilow 28. März 2010 um 9:39 Uhr

    Hallo ,
    dieses Staatssystem kann sich wirklich auf die Dummheit seiner
    Insassen verlassen .Null Geschichtswissen gepaart mit kleinbürgerlicher Moral und BRD-Sozialisierung ergibt geistigen Unrat.

    Im übrigen ist es zu merken das die meisten „linken Projekte“
    unterlaufen sind und wohl schon als Staatsprojekte zu sehen sind.
    Anders sind einige Kommentierungen nicht nachzuvollziehen.

    Reinhard

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